Kapitel 1 - Der eifersüchtige Mr. Smalland
Es war ein warmer Sommertag. Mr. Smalland, einer der heldenhaftesten Superhelden den der Erzähler kannte, auch bekannt als der Schwede Julian Thösen, saß gerade auf der Couch und langweilte sich. Neben ihm vibrierte sein Handy. Sssst... ssssssst... Sofort starrte er darauf. Wartete da etwa ein neuer Auftrag auf ihn? Sofort verschwand die Vorfreude erneut hübsche Frauen retten zu können und danach auf einen Drink einzuladen... "Das Bauernmädchen...", stöhnte er enttäuscht, "Die schon wieder!?" Das Bauernmädchen aus Russland stellte wieder eine Frage nach der anderen und so kamen die beiden ins Gespräch... Bis sie in einem grammatikalisch nicht ganz korrekten halb deutsch, halb russischen Satz sagte: "Ach Mr. Smalland... Du bist der coole (sie meinte coolste) Schwede den ich kenne - und auch der einzige!" War das etwa ein Lob??? Mr. Smalland traute seinen Ohren kaum. Sein letztes Lob hatte er in der 6. Klasse bekommen, als er eine Wespe aus dem Klassenzimmer gescheucht hatte. Frau Jambor, die insgeheim einzige Verehrerin des kleinen Julian, hätte ihn abknutschen können, da sie Wespophob war und ihn ziemlich hübsch fand. Sein Zeugnisdurchschnitt, überragend, war 1,0. Allerdings durfte sie nichts mit ihm anfangen, sonst wäre das pädophil. Arme Frau Jambor. So heiratete sie einen Mann an die 50 namens Nipshurvin. Mittlerweile war aus dem ach so kleinen Thösen ein stattlicher, junger Schwede geworden. Er hatte sein Abitur mit einem Schnitt von 1,2 gemacht. Respekt. Eigentlich wollte er Menschenleben retten. Doch leider war es ihm nicht möglich Arzt zu werden, da er kein Blut sehen konnte. So wurde er Schauspieler. Er war zwar gut, aber in dieser Branche eine Rolle zu bekommen ist schwierig... So saß er den lieben langen Tag zu Hause und stopfte Chips in sich hinein.... Armer Schwede... Seine Freunde hatten ihn im Stich gelassen, da sie alle weggezogen waren. Was nun? Sein Leben glich einem einzigen Desaster. Er hatte weder Freunde, noch einen Job und liiert war er erst recht nicht.... Man hätte echt Mitleid mit ihm haben können... Aber dann kam die Rettung! Eines Tages kramte er eine alte, verstaubte Kiste aus einem Schrank hervor. Sie war voller Kindheitserinnerungen darunter waren auch Comics von seinen damaligen Lieblingshelden: ‚Potato-Boy und Köttbullar-Kid‘. Da kam ihm eine grandiose Idee, die ihm dabei helfen würde ENDLICH seinen Traum zu verwirklichen! Er würde Menschenleben retten können! Auch er wollte ein Superheld sein! Zwar funktionierte das mit dem Mikrowellenblick nicht so ganz, aber er hatte schon einen Namen. ‚Mr. Smalland‘! Dieser Name erinnerte ihn immer an seinen ersten Besuch bei Ikea, selbst wenn dieses Smalland „Småland“ geschrieben wurde – aus Angst vor einer Copyrightklage. Außerdem passte der Anfangsbuchstabe, da er noch sein altes Superman-Faschingskostüm hatte. Gut, genug Vorgeschichte. Jetzt geht's weiter! Also… Er bekam das Lob. Daraufhin erwiderte er mit seiner gewohnt arrogant-charmanten Art: "Nicht nur der coolste Schwede, oder?" Doch leider stieß er damit auf Granit... "Ähm... auch der coolste... Superheld? Da macht dir aber Sh2 aus Finnland Konkurrenz! Sorry." Er erstarrte für einen kurzen Moment... Ein eiskalter Schauer jagte ihm über den Rücken. ... Sagte sie Sh2...? "SAMU!" Es war in der 13. Klasse... Kurz vor dem Abschlussball... Alles schien perfekt... Niemand konnte mit seinen Noten mithalten. Er war einer der beliebteste Junge der Klassenstufe. Doch dann... Passierte es... Erst vor kurzem war er in die Stadt gezogen... Mit seinen eisblauen Augen und seinem blonden Wuschelhaar betörte er jedes Mädchen. Sein Name war Samu... Bei Tag war er ein gewöhnlicher Schüler, doch bei Nacht wurde er zu Super Samu (S hoch 2 = Sh2). So lief eben dieser Samu dem armen Julian den Rang ab. Die Mädchen taten alles um in seiner Nähe zu sein. Er wurde zu Lehrerliebling. Alle waren im Finnen-Fieber und Schweden waren nicht mehr interessant. Zum Leidwesen des armen Julian. Am Abschlussball jedoch wollte er seinen Schwarm namens Lucia fragen, ob sie ihn dorthin begleiten würde. Doch Samu kam ihm zuvor... Obwohl Thösen sie zu Hause besuchte, ihr Blumen vorbeibrachte und sie auf Knien anbettelte mit ihm auf den Ball zu gehen war es zu spät... Hätte Lucia vielleicht gewusst wie abgöttisch er sie verehrte, wäre sie vielleicht mit ihm dorthin gegangen. Eventuell wäre mehr aus den beiden geworden, wäre Samu nicht gewesen. Lucia ließ Thösen abblitzen. Hätte sie geahnt, dass es für Julian kein anderes Mädchen gab, dass seine Träume nur ihr galten und das sein Puls sich beschleunigte, wenn sie in der Nähe war, wäre vielleicht alles anders gekommen. Er war regelrecht besessen von ihr. Stattdessen ging sie mit dem Finnen auf den Ball... Von diesem Tag an versprach er sich, dass er sich irgendwann rächen würde. Noch lange trauerte er Lucia nach. Kurz darauf verließ Samu Lucia. "Was kann der was ich nicht kann?", fauchte Mr. Smalland empört. "Naja, er ist hübsch und süß und intelligent. Und er versucht die gefürchtetste Superschurkin der Welt zu besiegen!", sagte das Bauernmädchen. "Und die wäre?", zischte Smalland. Das Bauernmädchen zögerte: "Ms. Bigtown." Smalland erstarrte erneut... Er rührte sich nicht.... "Sagtest du etwa Ms. Bigtown?" "Ähm, Ja? Bist du schwerhörig oder was?", knurrte die Russin, "Wieso fragst du? Kennst du sie?" "Was hat Samu mit ihr vor?", hakte Mr. Smalland nach. "Wahrscheinlich besiegen, festnehmen, was weiß ich. Wieso?" "Hör zu, ich habe nie gedacht, dass ich das mal sagen muss, aber ich brauche deine Hilfe. Bitte. Ich muss Ms. Bigtown aufhalten. Sie ist meine..."